Forex Spezial

Forex Broker: Market Maker vs DMA-Broker

Market Maker vs DMA-Broker

GKFX Market Maker
Obwohl die Welt des Forex-Handel komplex ist und sich die Marktmodelle der Broker teilweise stark von einander unterscheiden, haben sich in der Vergangenheit besonders zwei Modelle als wichtig und erfolgsversprechend herausgestellt. So gibt es zunächst den Market Maker, der die Kurse selber stellt und versucht, für jeden Trade eine passende Gegenpartei zu finden. Er kann daher selber als so etwas wie die Börse interpretiert werden, da er selber einen Markt stellt.

Wie agieren die beiden Broker?

Folge mir:

Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Seit neuestem gehören auch Binäre Optionen zu seinem Spezialgebiet.
Folge mir:

Der DMA-Broker hingegen operiert anders. Anstatt selber die Kurse zu stellen und einen Markt zu erschaffen, verbindet er die Trader mit dem Markt direkt. So lässt sich auch der Name DMA, welcher für Direct Market Access, also direkter Marktzugang steht, erklären. Im Zusammenhang mit dem Devisenhandel muss hierbei jedoch zwischen einem DMA-Broker für Aktien und einem DMA-Broker für Devisen unterschieden werden.

Bekanntermaßen gibt es beim Aktienhandel einen Börsenplatz, etwa wie die Frankfurter Börse. Hier kommen tausende von Marktteilnehmern zusammen, die Vermögenswerte kaufen oder verkaufen möchten. Die Kurse werden nicht etwa dadurch bestimmt, dass ein Broker die Kurse stellt, sondern basieren auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Hier gibt es ein Orderbuch, indem die Order der Marktteilnehmer eingetragen und abgearbeitet werden.

Frankfurter Börse

Gestellte Kurse der Frankfurter Börse

Beim ForexHandel hingegen gibt es einen solchen universellen Marktplatz, wie die Frankfurter Börse, nicht. Obwohl es sich beim Forexmarkt um den größten Finanzmarkt der Welt handelt, werden die Transaktionen privat zwischen den Banken und Brokern abgewickelt.

Beim Devisenhandel operiert ein DMA-Broker somit nicht mit einem Orderbuch, sondern er stellt eine direkte Verbindung mit einer großen Anzahl an unterschiedlichen Liquditätsprovidern, sogenannten Liquiditätenpools her. Diese bestehen in der Regel aus einer großen Anzahl von Banken und Finanzinstituten, welche Devisen untereinander handeln.

Der folgende Artikel soll auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Broker-Form eingehen und erläutern, welcher Trader bzw. welcher Trading-Ansatz für die unterschiedliche Broker-Form die Richtige ist.

Das Market Maker Modell

Wie bereits erwähnt ist es beim Market-Maker-Modell der Broker, der die Gegenposition zum Trader eröffnet. Alle Kurse werden von den Market Maker selber gestellt und obwohl auch in diesem Fall die Kursstellung auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage basieren sollte, da der Market Maker seine Positionen ebenfalls gegenüber anderen Gegenparteien schließen muss, besteht die Gefahr der Einflussnahme und der daraus resultierenden, unfairen Stellung von Kursen.

Obwohl in den meisten Fällen die Kurse eines MM-Brokers den Referenzkursen der großen Liquiditätsprovider, wie beispielsweise großen Investmentbanken, entsprechen, gibt es Fälle, in denen Broker gerade bei wichtigen Handelszeiten unfaire Kurse stellen. Da der Market Maker außerdem selber als eine Art Börse auftritt und somit ebenfalls große finanzielle Risiken trägt, kann er diese Risiken nach freien Willen in die eigene Handelsbilanz aufnehmen.

Es besteht daher die Gefahr, dass der Gewinn des Kunden im direkten Gegeninteresse des Brokers steht. Jeder Verlust von Seiten eines Kunden wäre in diesem Fall der Gewinn eines Brokers.

In der Regel herrscht unter den meisten Market Makern eine Sittlichkeit, denn der freie Markt bereinigt die schwarzen Schafe in der Regel selbst. Ansonsten gibt es, gerade im deutschsprachigen Raum, eine strenge Behördenaufsicht, welche es den Market Makern praktisch unmöglich macht, in die eigene Tasche zu handeln.

GKFX Kontotyp

Der Broker GKFX agiert sowohl als MM als auch als DMA-Broker

Bei Brokern aus dem englischsprachigen Raum ist Vorsicht geboten. Es hat in der Vergangenheit tatsächlich Broker gegeben, die ein derartiges, zwielichtiges Geschäftsmodell verfolgt haben. Da diese Broker jedoch nicht darauf abzielen, über mehrere Jahre am Markt zu überleben, gibt es einige Zeichen, die erkennen lassen, dass der Broker es auf eine Kurzlebigkeit anlegt.

Ein bedeutsames Indiz ist die Versprechung von hohen Einzahlungsboni und kostspieligen Promo-Aktionen. Sollten die Boni die Höhe vergleichbarer Broker überschreiten, so ist in jedem Fall Vorsicht geboten. Es könnte sein, dass diese Broker versuchen ihre Kunden zu locken und nur kurzfristig an sie zu binden.

Darüber hinaus könnte es vorkommen, dass der Market Maker spontan einige Pips auf den Trade aufschlägt. Es kann sich auch lohnen, die Charts des Brokers mit den anderer Broker, die nicht nach dem MM-Modell fungieren, zu vergleichen. Auffällige Stopps sind ebenfalls ein Indiz. Eine Kombination dieser drei Vorkommnisse könnte mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auf einen Betrug hindeuten.

In der Regel ist die Mehrheit der deutschen MM-Broker jedoch vertrauenswürdig. Die strenge Aufsicht der BaFin ist effektiv, sodass sich gerade mal ein Dutzend der MM-Broker langfristig behaupten konnten. Es stellt sich jedoch die Frage, für wen oder für welchen Trading-Ansatz ein Market Makter zu empfehlen ist.

Da der MM stets an die Liquidität anderer Markteilnehmer gebunden und seine Spreads variabel sein können, empfiehlt sich diese Art von Broker in erster Linie an Trader, die Daytrading betreiben. Der Grund dafür findet sich in den variablen Spreads. Der Market Maker wird in der Regel die besseren Spreads herausgeben können, wenn sich im Markt ein hohes Handelsvolumen befindet. Er kann in diesem Zeitraum leichter Händler finden, welche die Gegenpositionen zu anderen Händlern einnehmen. Diese Handelszeiten sind in der Regel die Haupthandelszeiten der Börsen, was in Deutschland von 09:00 – 12:00 Uhr und von 14:00 – 17:00 Uhr ist. Trader können in diesen Zeiten mit deutlich günstigeren Spreads rechnen.

Das DMA Broker Modell

Beim DMABroker hingegen ergeben sich ganz andere Vorteile. So ist man beim DMA-Broker nicht auf eine faire Kursstellung von Seiten des Brokers angewiesen und muss diese Kurse akzeptieren, sondern man hat die Möglichkeit, seine eigenen Kurse zu platzieren und darauf zu warten, dass diese angenommen werden. Der DMA wird in der Regel dadurch vergütet, dass er für jede weitergeleitete Order eine Kommissionsgebühr einnimmt.

Dadurch wird der Händler beim DMA einen deutlich besseren Kurs erhalten, als beim Market Maker. Der DMA selber ist nicht in die Kursstellung involviert und trägt auch kein Risiko, weshalb die Vergütung insgesamt niedriger ausfällt. Der Trader bezahlt lediglich dafür, dass er die Technologie des Brokers, sowie dessen Kommunikationskanäle nutzt. Da der DMA in der Regel in der Lage ist, günstigere Kurse zu stellen und seine Vergütung immer gleich bleibt, sollten Trader, die eine Strategie verfolgen, welche ein ledigliches Eingreifen am Abend oder zu unbestimmten Handelszeiten erfordert, auf diesen Broker-Typ zurückgreifen.

Das könnte beispielsweise eine Strategie sein, die auf dem Timeframe D1 basiert. Darüber hinaus ist das Risiko einer Insolvenz bei einem DMA-Broker deutlich geringer, da dieser lediglich weiterleitet, anstatt selber Positionen in Millionenhöhe aufzunehmen.

Search