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Die Niedrigzins Krise und Ihre wahren Hintergründe

Die Niedrigzins Krise
Schon seit vielen Monaten leiden traditionelle Anleger unter dem Niedrigzins. Dafür geben sie den Notenbanken, allen voran der Europäischen Zentralbank (EZB), die Schuld. Der Sündenbock scheint hier schnell gefunden, doch sind die Währungshüter um Mario Draghi wirklich die Verursacher? Bundesbankpräsident Jens Weidmann nennt ganz andere Ursachen als ausschlaggebend.

Warum lohnen Geldanlagen nicht mehr?

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Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Seit neuestem gehören auch Binäre Optionen zu seinem Spezialgebiet.
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Der Vorwurf geht teilweise soweit, dass die EZB angeblich den Leitzins über alle Verhältnisse hinaus lange am Boden hält. Weidmann und eine wachsende Anzahl von Ökonomen glauben jedoch fest daran, dass es schon vor Jahren mit dem schwächelnden Wirtschaftswachstum und der kriechenden Inflation begonnen hat. Das betrifft nicht nur Deutschland, sondern viele EU-Länder.

Für Weidmann ist die lockere Geldpolitik dafür nicht verantwortlich. In ihr sehen wir nur die Resonanz der begrenzten Möglichkeiten seitens der Währungshüter. Mehr billiges Geld soll die Konjunktur ankurbeln und infolge dessen dann auch die Teuerungsrate anheben. Wir sehen hier also nur das Ergebnis eines Trends der schon lange Zeit beobachtet werden konnte.

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Mehr billiges Geld soll die Konjunktur ankurbeln

„Mit anderen Worten: Das Niedrigzinsniveau ist auch ein Symptom, das auf tieferliegende Ursachen zurückzuführen ist. Die maßgebliche Ursache liegt dabei in einer Wachstumsschwäche, nicht nur im Euro-Raum, sondern in vielen entwickelten Regionen der Welt“, so Weidmann. Für mehr Konjunktur bedarf es aber höhere Leitzinsen und deswegen sollten die EZB sowie andere Notenbanken umdenken.

Die aktuelle Geldpolitik birgt aber nicht nur Risiken, sondern eröffnet gerade Kleinanlegern und Privatinvestoren auch Chancen. Diese können vom immer populärer werdenden Forex Handel partizipieren. Während der Handel mit Devisen früher nur Großbanken vorbehalten war, können Kleinanleger heute schon mit geringen Summen handeln. Gerade weil die aktuelle Zinspolitik in den Medien dermaßen präsent ist, kommen auch Privatanleger an Informationen und Insiderwissen, welches früher nur professionellen Händlern zugänglich war.

Die Ursachen für schwaches Wirtschaftswachstum

Die Entwicklung in vielen Ländern der Welt zeigt sich als schwer rückläufig. In wenigen Jahren mussten sie erhebliche Einbußen hinnehmen. Für Weidmann ist ein ebenso entscheidender Grund dafür der demografische Wandel. Die Altersstrukturen verschieben sich nach hinten. Immer mehr Menschen erreichen ein höheres Alter.

Dann nimmt der Banker Bezug auf die USA: „So werden zum Beispiel für die Vereinigten Staaten neben der Alterung der Bevölkerung auch eine nachlassende Qualität der Schul- und Berufsausbildung, die steigende Ungleichheit in der Einkommensverteilung und die wachsenden Staatsschulden genannt.“

Zurück in Europa geht es auch um die Verschuldung der Staaten und Privatpersonen. Hier gilt es ebenso die Ausbildungsverhältnisse zu optimieren. Eine lockere Geldpolitik die Milliarden von Anleihen kauft hat auf keinen dieser Aspekte einen entscheidenden Einfluss.

Keine nachhaltige Geldpolitik für bessere Zinsen möglich

Im besten Fall kann die Geldpresse nur eine kurzfristige Wirkung auslösen. Beim Realzins fällt dieser Effekt fast gar nicht in Gewicht. Der Nominalzins muss um die Inflationsrate bereinigt sein, sodass nur noch auf den Realzins Bezug genommen wird.

Ein negativer Realzins sei unterdessen keine Neuheit, denn dies war schon mit der D-Mark der Fall gewesen. Der demografische Wandel, weniger neue Konzepte, die harschen Finanzregulierungen und weitere Faktoren wären wesentlich bedeutsamer als die Milliarden in die Märkte zu spülen.

Wenn eine Politik Veränderungen einleiten muss, dann jene im Bezug auf die Wirtschaft. Ansonsten wird der Realzins weiter sinken und die Sparer können ihre Erwartungen weiter gegen null fahren. Die Wirtschaftspolitik sollte mehr Anreize für Investitionen setzen, aber auch mehr Jobs schaffen. In den USA gehen die Ökonomen soweit, dass die Unternehmen und Verbraucher selbst schuld an den niedrigen Leitzinsen sind. Sie wollten immer mehr sparen und gaben zu wenig aus.

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