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VW Abgasskandal: Im Sinne der Aktionäre gehandelt… wirklich?

VW Abgasskandal:

Volkswagen hat ein starkes Jahr 2016 angekündigt. Die Probleme aus dem Abgasskandal will man hinter sich lassen. Doch das Echo verstummt einfach nicht. Wie gestern bekannt wurde, weitete die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aus und die Sponsorenverträge mit Schalke 04 und 1860 München werden nicht weiter verlängert. Einige Aktionäre wollen sich ihre Verluste vom Konzern ersetzen lassen. Volkswagen hatte am 22. September 2015 eine Pflichtmitteilung an die Börse gegeben. Anwälte und Aktionäre halten VW aber vor, der Autobauer hätte bereits zwei Wochen vorher informieren müssen. Da hilft es auch nicht wenn sich der Konzern versucht herauszureden. Mit der Begründung „Der Vorstand wusste von nichts“ wollen sich die verbliebenen Top-Manager nur retten. Die genaue Begründung liest sich wie ein kleines Wirtschaftsabenteuer.

Techniker schuld – Der Vorstand fein raus

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Christian Habeck

Christian Habeck beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diversen Finanzprodukten. Im Tagesgeschäft widmet er sich dem Forex-Handel, wohingegen Aktien mittelfristig im Swing-Trading mit Hilfe des Ichimoku Kinko Hyo getradet werden. Seit neuestem gehören auch Binäre Optionen zu seinem Spezialgebiet.
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So stellt sich VW das Image vor, mit dem nun die Manipulationen langsam in den Geschichtsbüchern verstummen sollen. Die Techniker sollen eine illegale Software verwendet haben, weil sie ganz genau wussten, die Abgaswerte wie vorgeschrieben nicht einhalten zu können. Der Motor EA189 war also eine geplante Täuschung von Beginn an.

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Wier groß ist der Image Schaden von VW wirklich?

Volkswagen erhält unterdessen weiter Feuer von vielen Seiten. Mit der US-Justiz kommt es wohl bald zur Einigung, aber wie sieht es mit den Anlegern aus? Die sind nämlich stocksauer wegen dem großen Einbruch ihrer Aktien. Die Anwälte von VW versuchen zu schlichten und erklären die großen Unterschiede zwischen den Abgas-Normen der EU und den USA als das Hauptproblem. Dazu die Begründung der Klageerwiderung:

„Im Kern gründet sich die gesamte Dieselthematik somit auf den Zielkonflikt der Erreichung der in den USA geltenden strengen Stickoxidwerte bei gleichzeitiger Erreichung der vor allem in der EU geltenden Rußpartikel- und Kohlendioxidgrenzwerte.“ Interessant wie VW seinen Hals aus der Schlinge ziehen will. Ein beliebtes Mittel: „Die anderen sind schuld, wir mussten irgendeine Lösung finden.“ Trotzdem bleibt es bei der bewussten Täuschung der Anleger, Käufer und Behörden.

„Diesen Zielkonflikt haben die VW-Techniker im Rahmen des technischen Konzepts der Dieselmotoren-Baureihe EA189 augenscheinlich nicht innerhalb des für die Entwicklung veranschlagten Zeitrahmens und Budgets gelöst“, heißt es weiter. Das Wort „augenscheinlich“ missfällt uns hier am meisten, weil es auf ein klares Kommunikationsproblem zwischen Technikern und Führungsebene hindeutet.

„Da somit anders als in der Vergangenheit beim Motortyp EA189 offenbar kein Weg gefunden wurde, um die strengeren US-amerikanischen Stickoxid-Normen zu erfüllen, kam es zur Verwendung der Software.“ Wenigstens gesteht VW damit offiziell den wohl größten Fehler seiner Unternehmensgeschichte ein. Den Anleger ist damit leider immer noch nicht geholfen.

Scheinbare Beweise zur Entlastung des Vorstands

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Die Schlinge zieht sich langsam um den VW Hals zu

Der Otto-Normal-Bürger denkt sich hier vermutlich: „Wenn illegale Software der einzige Ausweg zu sein scheint, sollte man dies nicht zuvor mit den Entscheidungsträgern abstimmen?“ Aber nun sind vermeintliche Beweise aufgetaucht, die belegen sollen, dass der Vorstand selbst erst einige Wochen zuvor von den Abgas-Manipulationen erfahren haben soll. Alles andere streiten die VW-Anwälte vehement ab.

„Der Vorstand von Volkswagen hatte weder von der Programmierung der unzulässigen Softwareveränderung noch von deren späteren Einsatz in den betroffenen Diesel-Aggregaten Kenntnis, sondern erfuhr von dieser Thematik erst im Sommer 2015“, heißt es in der Klageerwiderung zum Schutz der Manager und Funktionäre.

Im nächsten Absatz erhöht sich der Druck auf die Techniker weiter. Diese sollen absichtlich die Analyse der Schadens-Reichweite erschwert haben. „Diese internen Aufklärungsbemühungen, die durch das „Mauern“ einzelner Techniker erschwert wurden, führten schließlich zu der Offenlegung der Softwareveränderung.“ Und wieder sind einzelne Techniker an den Pranger gestellt und VW distanziert sich von ihnen. Die Führungsebene habe natürlich nach dem Bekanntwerden der Probleme alles Menschenmögliche unternommen um die Situation zu retten. Den Anfang machte man mit der Offenbarung gegenüber den US-Behörden.

So viel zur Rechtfertigung von Volkswagen gegenüber seinen Aktionären. Derweilen überschlagen sich die Medien immer noch mit angeblich neuen Quellen und Beweisen über den Autobauer sowie Martin Winterkorn. So schnell wird der Abgasskandal seinen Griff um VWs Hals nicht lockern.

Der Kurs der VW Aktie im Fokus

VW Aktie

Im Herbst letzten Jahres brach der Kurs der Aktie massiv ein

Betrachtet man den Wochenchart der VW Aktie, so ist zu erkennen, dass sich der Kurs der Aktie bereits seit dem Frühjahr des Jahres 2015 in einer Abwärtsbewegung befand. Im Sommer des letzten Jahres gab es bereits ein Dead Crossing aus Kijun Sen und Tenkan Sen, was als erstes Schwächesignal gedeutet werden musste. Als dann der Kurs bereits im August die Kumo nach unten durchbrach, war das zweite deutliche Warnsignal vorhanden. Ich möchte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass der Skandal und damit der massive Kurseinbruch der VW Aktie bereits abzusehen war, aber Anhänger oder Anwender des Ichimoku waren auf alle Fälle vorgewarnt.

Aktuell notiert der Kurs der VW Aktie auf dem Level des Tiefs aus dem Oktober 2011 und ein Boden scheint gefunden zu sein. Fundamental muss die momentane Situation sicherlich den Entwicklungen angepasst und neu bewertet werden, aber aus charttechnischer Sicht ist die Lage klar: Der Abwärtstrend ist vollkommen intakt und Erholungen bis an Kijun Sen (rote Linie im Chart) möglich. Möglich ist auch, dass das Abwärtsgap erst noch geschlossen wird, bevor es weiter abwärts geht. Dazu müsste jedoch die Seitwärtsrange nach oben verlassen werden. Die Marke von 140€ wird auf jeden Fall interessant bleiben.

Trader, die von weiter fallenden Kursen ausgehen, könnten hier gute Einstiegskurse für Short-Positionen finden. Diese lassen sich am besten als Short-CFD bei Brokern wie GKFX handeln.

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